Immer wieder hören wir von Firmen, die sich durch schlechten Kundendienst, unverständliche Angebote, seltsame Geschäftsbedingungen etc "auszeichnen". Als Opfer ist man meist am kürzeren Hebel. Aber inzwischen gibt es das Internet und so sei hier ein selbst erlebter, krasser Fall beschrieben. Ich will weder Swisscom Kunden zuhalten noch Cablecom wegnehmen - jeder und jede soll selbst entscheiden ob er oder sie sich in ein solches Abenteuer stürzen will.
Update: 26. März 2009
Das Grauen heisst Cablecom
Eine (leider) nur allzu wahre Geschichte Tragödie oder Komödie?).
Sommer 2004, ich sitze nichtsahnend in meinem Laden in Glattbrugg und mache über ISDN ein (langsames) Update meiner Webseite. Da nähert sich das Grauen meiner Ladentür ohne dass ich davon auch nur eine Ahnung habe. Ein Herr betritt den Raum. Entgegen meiner Erwartungen erkundigt er sich nicht nach einem Flugzeugmodell sondern nach meinem TV-Anschluss. Als ob ich beim Arbeiten Zeit zum Fernsehen hätte! Warum er das wissen wolle? Er sei von Cablecom und das Haus werde neu verdrahtet, deshalb müsse er wissen, wo Anschlüsse bestünden. Da ich keinen solchen habe wendet er sich zum Gehen. Da kommt bei mir eine Idee, welche ich später noch bitter bereuen sollte.“ Mit Cablecom kann man doch auch ins Internet?“ frage ich den Herrn. „Selbstverständlich“, meint er, Er könne mir sogar gleich eine tolle Offerte machen. Im Zug der Neuverkabelung des Hauses lasse er eine Strippe in meinen Laden ziehen, ich müsse nur die Materialkosten für das Kabel zahlen und einen Cablecom-Hispeed-Internet-Anschluss abonnieren.
Gesagt getan, das Abonnement war unterschrieben, das Kabel verlegt und das Modem eingesteckt und ich konnte – leider nicht loslegen, da die Verbindung nicht funktionierte. Jetzt erfuhr ich erstmals, was es heisst, Kunde von Cablecom zu sein. Nach endlosem Warten nahm endlich jemand im Kundendienst das Telefon ab und hörte sich meine Probleme an. Ein Techniker fand dann heraus, dass im Verteilerkasten an dem unser Haus angeschlossen war, ein Wackelkontakt bestand. Die Mieter hatten sich zwar öfters über Störungen beim Fernsehempfang beklagt aber Cablecom fand das erst mit meinem Internet-Anschluss heraus. Von da an funktionierte mein Cablecom-Internetanschluss einwandfrei.
Da mein Laden zu klein geworden war zog ich im Mai 2007 in ein grösseres Lokal in Oberglatt. Ich meldete den Umzug bei Cablecom und stellte gleichzeitig meinen Telefonanschluss von Swisscom zu Cablecom-Digital-Phone um. Mein zweiter grosser Fehler, wie sich später herausstellen sollte. Mit dem Verkäufer wurde abgemacht, die Umstellung in der Mitte meiner Umzugszeit am 10. Mai vorzunehmen. Am 9. Mai war noch kein Modem eingetroffen und ich rief die Hotline an. Nach mehreren Musikstücken, welche nicht meinem Geschmack entsprachen und mittlerweile fast leerem Handy-Akku nahm tatsächlich der Cablecom-Kundendienst das Telefon ab. Ich möchte es nicht jedesmal erwähnen, aber wenn man bei Cablecom anruft geht in der Regel unter 15 Minuten Musikhören gar nichts. Die Mitarbeiterin stellte fest, dass mein (am 15. März bestelltes) Modem noch gar nicht versandt war. Da am neuen Ort die Briefkästen noch nicht beschriftet waren bat ich die Dame um Versand an meine private Adresse in Hochfelden. Selbstverständlich werde man das tun, versprach sie – und das Modem wurde nach Oberglatt adressiert. Zum Glück hat ein Bauarbeiter geschaltet und dem Postboten das Modem abgenommen.
So hatte ich also endlich mein Modem kurz vor der Eröffnung des neuen Ladens und steckte es ein. Nichts ging. Weder das Internet noch das Telefon. Man hatte mir ganz einfach ein neues Modem geschickt, auf welches aber das Internet meines bestehenden Abos nicht aufgeschaltet war. Und die Portierung der Nummer von Swisscom zu Cablecom hatte man auch vergessen. Ich hatte auf dem neuen Modem eine provisorische Nummer, welche natürlich kein Mensch kannte – äusserst praktisch um angerufen zu werden. Man werde meine alte Nummer auf die provisorische umleiten hiess es beim Cablecom-Kundendienst. Das funktionierte aber anderntags noch nicht und ich rief wieder an. Das sei gar nicht möglich, sagte eine anderer Cablecom-Kundendienstler. Sein Kollege habe übrigens versucht, mich anzurufen und mir seinen Irrtum mitzuteilen – auf die zu übernehmende Nummer, die nicht umgeleitet war und deshalb auch nicht abgenommen werden konnte!
Auf Anraten der Swisscom (!) schnappte ich mir einen Telefonapparat, fuhr zum alten Laden, steckte diesen in den Anschluss und machte die Umleitung auf die provisorische Nummer. Nun konnte ich endlich angerufen werden. Allerdings funktionierte das Internet damit immer noch nicht. Ich fand eine geniale Lösung – das alte Modem einstecken und ab ins Internet – das neue Modem einstecken und telefonieren! Auch dies eine sehr praktische Lösung – entweder Internet oder Telefon. Da inzwischen der neue Laden offen war musste ich notgedrungen während den Oeffnungszeiten das Telefon-Modem eingesteckt lassen und nach Ladenschluss aufs Internet-Modem umstecken. So konnte ich erst dann Webseite, E-mail und Aufträge bearbeiten, was aber einige zusätzliche Arbeitstunden am Abend bedeutete.
Selbstverständlich habe ich die Hotline angerufen. Die Zusammenlegung dauere 4 Tage, hiess es. Ich erklärte meine Situation und immerhin war das Ganze eine Panne bei Cablecom. Sie werde sehen, ob es schneller gehe, meinte die Mitarbeiterin. Am übernächsten Tag rief ich wieder an, um zu fragen wie weit man sei. Man werde sich darum kümmern, meinte die Dame. Im übrigen dauere eine solche Zusammenführung 5 Tage. Toll, bei dieser Dame noch einen Tag länger. Aber sie würde sich darum kümmern. Das hatte ich doch schon einmal gehört und es brachte bisher nichts. Ich verlangte eine Vorgesetzte. Doch diese Dame war nicht nur inkompetent sondern zudem aggresiv und total uninteressiert. Es dauerte schliesslich keine 4 Tage, auch keine 5 Tage – sondern geschlagene SECHS Tage bis das Internet sich das Telefon-Modem teilen und ich meine Updates wieder tagsüber machen durfte. Und am 26. Mai wurde (mit 16 Tagen Verspätung) auch die Telefonnummer übertragen.
Der grösste Witz war ein Schreiben, welches ich am 31. Mai von Cablecom erhielt in welchem man mir mitteilte „in wenigen Tagen, nämlich am 26. Mai“ werde die Uebernahme der Telefonnummer abgeschlossen sein.
Ich hatte übrigens nach endloser Warterei in der Hotline-Warteschlange eine Anfrage betreffend Zusammenlegung über das Kontaktformular der Cablecom-Webseite gemacht. Nach zweieinhalb Wochen erhielt ich darauf eine Antwort, dass ja alles einwandfrei funktioniere! Ich habe dann zurückgeschrieben und zu diesem „Hispeed-Service“ gratuliert. Daraufhin erhielt ich eine Antwort per e-mail - aber diesmal auf französisch! Es wäre ja so zum Lachen, wenn es nicht zum Heulen wäre.
Ich habe daraufhin bei Cablecom interveniert und Schadenersatz für die durch die zusätzliche Abendarbeit und all meine Umtriebe verlangt. Selbstverständlich wurde dies mit Hinweis auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen abgelehnt, welche besagen, dass eine technische Verfügbarkeit nicht garantiert werden könnte. Hier handelte es sich aber um keine technische Verfügbarkeit sonderm um Schlamperei der Administration. Die 30 Franken für eine Betreibung von Cablecom habe ich mir daraufhin geleistet. Natürlich wurde Rechtsvorschlag erhoben.
Ich habe den Fall auch an den Ombudscom gegeben. Dieser wartete knapp 4 Monate auf eine (unbrauchbare) Antwort von Cablecom und erklärte sich zudem für Schadenersatzforderung als nicht zuständig. Da mittlerweile Telefon und Internet funktionierten, dachte ich, ich lasse das mal so sein – nach dem Motto „never touch a running system“.
Bis ich eines Morgens in den Laden kam und weder Telefon noch Internet funktionierten. Da war ich wieder froh über mein leistungsfähiges Handy und seinen starken Akku (übrigens Coop-Mobile). Auch dieser war wohl schon halb leer bis ich endlich jemand von der Cablecom-Hotline dran hatte. Ich meldete die Störung und es hiess, ein Techniker werde sich innert 48 Stunden darum kümmern. 48 Stunden? Ich habe ein Geschäft und sollte erreichbar sein! Zudem, erwarten meine Kunden, dass ich Ihre Bestellungen abrufe und versende. Die Antwort der Hotline? Sie haben es erraten „ich werde mich darum kümmern“. Im Laufe des Nachmittags läutete das Telefon. Eine Kunde war dran – und das zeigte, dass es wieder funktionierte. Auch das Internet lief wieder. Und dann kam auch der Techniker von Cablecom. Er hatte keine Ahnung, warum mein Anschluss gestört gewesen war und noch viel weniger, warum er jetzt wieder funktionierte. Ich hoffte, jetzt endlich zur Tagesordnung übergehen zu können.
Aber da hatte ich die Rechnung ohne Cablecom gemacht. Im Dezember flatterte mir eine Rechnung für „TV- und Radioanschluss 2007“ ins Haus. Wollte mir Cablecom jetzt das Fernsehen im Laden schmackhaft machen? Aber dazu hatte ich gar keine Zeit (siehe am Anfang). Ich schrieb also nett zurück, ich brauche weder TV noch Radio. Als Antwort erhielt ich nochmals die gleiche Rechnung. Ich schrieb nochmals und bat um eine Erklärung. Als Antwort erhielt ich – nein nicht wieder dieselbe Rechnung, sondern eine zu unterschreibende Erklärung, dass ich nur Radio hören und aufs Fernsehen verzichten würde. Ich wollte aber weder Radio hören noch Fernsehen.
Inzwischen war im K-Tipp ein Interview mit Herrn Stephen Wright , Leiter Kundendienst Cablecom, erschienen, in welchem dieser die Dienstleistung seiner Firma über alles lobte und versicherte, man werde alles tun, die Kunden zufrieden zu stellen. Das war mein Mann! Endlich jemand bei Cablecom dem Kundendienst kein Fremdwort zu sein schien. Ich schrieb ihnm also einen Brief, bezog mich auf sein Interview im K-Tipp, legte ihm meinen Fall als Beispiel eines noch leicht zu verbessernden Kundendienstes ans Herz und bat um Information bezüglich der Rechnung für TV- und Radiogebühren. Eine Antwort erhielt ich nie, stattdessen eine weitere Verzichtserklung fürs Fernsehen und die Androhung, wenn diese Gebühren nicht bezahlt würden, würden Internet und Digital Phone abgestellt. Das war aber nun starker Tobak. Ich rief den Kundendienst an. Man kümmere sich darum und werde zurückrufen, hiess es. Muss ich erwähnen, dass ich bis heute auf einen Rückruf warte und meine weiteren Briefe ebenfalls unbeantwortet blieben?
Guter Rat war teuer. Nach all den Erfahrungen mit Cablecom traute ich denen zu, dass ich eines Morgens ins Geschäft komme und das Modem abgeschaltet ist. Dieses Risiko wollte ich nicht eingehen und auch nicht ewig auf eine Reaktion von Cablecom warten. Also beschloss ich, so schnell wie möglich zu Swisscom zu wechseln und damit jegliches Risiko auszuschliessen. Und dann kam eine Ueberraschung nach der anderen: Anruf bei Swisscom, nach 30 Sekunden eine kompetente, freundliche Mitarbeiterin am anderen Ende welche meine Bitte aufnahm. Am nächsten Tag war das Modem bereits da. Leider funktionierte der Anschluss aber nicht. Anruf an die Swisscom-Hotline, sofort jemanden am Draht der eine Störung feststellt. Am gleichen Nachmittag steht der Techniker von Swisscom da und stellt fest, dass der Elektriker beim Hausbau die Telefonleitungen nicht mit dem Verteiler verbunden hatte. Nachdem das behoben war richtete er mir netterweise gleich noch Bluewin auf dem PC ein. Unnütz zu sagen, dass seither mein Telefonanschluss mit Swisscom und Bluewin-ADSL problemlos funktionieren. Ich würde gerne wieder mal die Hotline von Swisscom anrufen und mich darüber freuen, dass bereits nach ein paar Sekunden jemand in der Leitung ist . Aber das ist gar nicht nötig.
Leitung ist,aber das ist gar nicht nötig.
Am 16. Februar schrieb ich Herrn Wright (Sie erinnern sich – Leiter Kundendienst – Interview im K-Tipp) einen eingeschriebenen Brief Bezug nehmend auf all das Vorhergegangene und die ungeklärte Situation betreffend der TV-Radio-Drohung seitens Cablecom. Ich schlug vor, meine sämtlichen Cablecom-Abonnemente per Ende Februar zu beenden und ich würde auf meine Schadenersatzforderung vom letzten Jahr und weitere Umtriebsentschädigungen verzichten. Sofern innert 14 Tagen keine gegenteilige Antwort eintreffe würde ich davon ausgehen dass er meine Vorschläge akzeptiere. Da ich bis heute weder von Herrn Wright noch sonst jemandem von Cablecom eine Antwort erhalten habe, sehe ich meinen Vorschlag als akzeptiert an. Im übrigen macht Cablecom seine Aenderungen der Vertragsbedingungen auf die gleiche Weise. Wenn keine Widerrede dann akzeptiert.
Also ganz ohne Reaktion war es dann doch nicht. Ich erhielt ein Schreiben, in welchem sich Cablecom für mein Interesse an ihren Produkten bedankte und mir nochmals eine Verzichtserklärung für das TV beilegte. Und Cablecom schickte weiterhin fleissig Rechnungen. Es war mir, als wenn ich jemanden frage "Hat das Essen geschmeckt" und er erwidert "Ja, ja, Die Sonne scheint"!
Am 6. Mai schrieb ich erneut und erhielt tatsächlich eine Antwort (am 11. Mai), die ich hier wörtlich zitiere:
„Für die erwähnte Mitteilung danken wir Ihnen.
Wir setzen uns dafür ein, Ihre Anfrage so schnell wie möglich zu bearbeiten und bitten Sie um ein paar Tage Geduld
Cablecom Customer Relation“
Nach 3 Monaten sandte ich diesen Antwortbrief als Fax an Cablecom mit dem Hinweis, ich würde immer noch warten. Nach 4 Monaten faxte ich ihn wieder mit dem Hinweis, dass wir jetzt das 4-Monate-Jubiläum des Briefes feiern würden. Ein E-mail an die auf dem Fax gesandte Adresse kam wieder als unzustellbar zurück. Ein weitere frustrierter Mitarbeiter, der Cablecom verlassen hat? Erstaunlicherweise bringt es eine Kommunikationsfirma nicht fertig, e-mails an einen nicht mehr existierenden Mitarbeiter des Kundendienstes an jemanden anderen umzuleiten.
Weiterhin kommen Rechnung und Mahnungen inklusive TV-/Radiorechnungen. Mittlerweile habe ich auch eine intensive Korrespondenz mit einer Inkasso-Firma. Im Gegensatz zu Cablecom gibt diese sogar Antwort auf Briefe. Aber auch deren Mitarbeiterin musste am Telefon eingestehen dass Cablecom Chaos pur bedeute.
Nun schauen wir, wie es weitergeht. Auf jeden Fall kann folgendes festgehalten werden:
- Cablecom kann Leitungen technisch (Radio/TV) nicht abschalten, sie können nur mechanisch plombiert werden
- Internet und Digital Phone sind nur auf unplombierten Leitungen möglich, damit ist automatisch Fernsehen und Radio hören möglich
- Somit ist technisch beispielsweise nur Internet oder Telefon ohne Fernsehen gar nicht machbar
- Cablecom weist in der Werbung nirgends darauf hin, einzig in den AGB für Internet steht folgendes: Die Dienstleistungen können nur bezogen werden, wenn die erforderlichen technischen Voraussetzungen erfüllt sind, insbesondere wenn ein kompatibler Kabelanschluss besteht“
- Auf der Webseite von Cablecom kann für jede Dienstleistung geprüft werden, ob sie angeboten wird. Ein Online-Test für eine leere Wohnung für welche der Vermieter keine Cablecom-TV-Abgaben bezahlt ergab, dass beispielsweise Internet angeboten wird und wenn die Anmeldung durchgespielt wird, wird nirgends auf TV-Gebüren hingewiesen. Damit sollen der Konkurrenz Kunden abspenstig gemacht werden und erst im Nachhinein – wie bei mir – wird dann versucht, abzukassieren. Nach meiner Ansicht verstösst Cablecom gegen die Preisdeklarationspflicht, da nicht klar der Gesamtpreis deklariert wird. Zudem frage ich mich, ob es nicht gar unlauterer Wettbewerb gegenüber der Konkurrenz ist. Bei Swisscom kann ich jede Dienstleistung einzeln beziehen bzw beim Internet wird klar deklariert, dass ein Telefonabonnement zu beziehen und zu bezahlen ist.
Cablecom Internet und Digital Phone sind damit ungeeignet für:
- Kleinbetriebe, Selbständige etc die zwar im Geschäftslokal Internet und/oder Telefon wollen aber nicht TV benötigen.
- Personen, die ihr TV-Programm über Satelit empfangen
Vermutlich kassiert Cablecom monatlich Riesenbeträge für nicht benutzte TV-Empfänge. Zu prüfen ist für obigen Personenkreis, ob sie nicht beispielsweise mit den Mietnebenkosten unbemerkt Cablecom-TV-Anschlüsse bezahlen. So kommen nämlich zu den von Cablecom marktschreierisch angebotenen Tiefpreisen jeden Monat CHF 25 hinzu – für nichts.
Nachdem ich obiges herausgefunden hatte, war mir auch klar, warum Cablecom nicht Stellung nehmen will und meine Briefe unbeantwortet lässt. Das ganze wäre ja auch gar zu peinlich. Also hofft man, dass betroffene Kunden irgendwann aufgeben. Hinzu kommt der extrem lausige Kundendienst und die unfähige Administration.
Recherchen mit dem ehemaligern Vermieter in Glattbrugg ergaben übrigens, dass dieser tatsächlich nichts von dem in meinen Laden gelegten Kabel wusste. Er hatte einen Vertrag mit Cablecom für die Wohnungen im Hause, aber nicht für die 3 Ladenlokale. Cablecom hätte also mit mir damals einen Vertrag über TV/Radio machen müssen, aber da ich dies nicht brauche, hätte ich gar keinen Vertrag gemacht. Da dachte sich der Aussendienstler wohl: lieber einen Internet-Vertrag als gar nichts. Damit hat Cablecom ein echtes Glaubwürdikeitsproblem.
Auf mein Schreiben vom 3. Oktober 2007 erhielt ich nun tatsächlich innert weniger Tage eine Antwort. Man habe nicht reagiert, weil der Fall beim Umbudscom hängig sei (damit ist der Fall vom Mai 2006 gemeint) und legte gleich eine mit rotem Leuchtstift markierte Kopie des Informationsschreibens vom Ombudscom bei. Dort steht "Korrespondenzen in DIESER ANGELEGENHEIT haben einzig über Ombudscom zu erfolgen". Die Beschwerde beinhaltete meinen Umzug vom Mai 2006. Die Sache mit TV/Radio-Gebühren ist aber etwas ganz anderes. In meinem Antwortschreiben habe ich darauf hingewiesen und Cablecom empfohlen, doch erst selbst mal zu lesen und zu begreifen versuchen was sie mit Leuchtstift markieren. Erstaunt war ich auch zu lesen, dass Cablecom ohne mein Wissen und mein Einverständnis per 1. Januar 2007 ein TV/Radio-Konto eröffnet hatte - deshalb auch die Rechnungen. "Kulanterweise" und "ohne Präjudiz" habe man dieses Konto aber wieder aufgelöst. Hoffentlich auch - für einen Vertrag braucht es immer noch zwei.
Selbstverständlich habe ich wieder zurückgeschrieben und einmal mehr eine Stellungsnahme verlangt, weshalb ich von 2004 bis 2006 ein Internet-Abonnement ohne Radio/TV haben konnte and plötzlich nicht mehr. Statt einer Antwort habe ich die Betreibung erhalten und selbstverständlich Rechtsvorschlag erhoben.
14. November 2007: Cablecom hatte, wie oben geschrieben, für mich ja per 1.1.2007 ein Konto for TV/Radio eröffnet. Dieses hat sie wieder anulliert gemäss dem oben erwähnten Schreiben. Nun erhalte ich wieder ein Schreiben (diesmal an Airmail Flugzeugmodelle GmbH) mit der Frage: "Kann es sein dass Sie unseren Anschluss (TV/Radio) nützen?" Praktischerweise hat man gleich wieder ein Konto (933983) eröffnet und eine Rechnung für die Monate Oktober bis Dezember beigelegt. So langsam verstehe ich den Ausspruch von Einstein: "Zwei Dinge sind unendlich - das Weltall und die menschliche Dummheit. Beim Weltall bin ich mir aber nicht ganz sicher." Ich habe versucht anzurufen. Die Antwort vom Band: Rufen Sie später wieder an. Es hat sich also immer noch nichts beim Kundendienst getan. Deshalb habe ich dieses Schreiben mit einem riesengrossen NEIN versehen und an Cablecom gefaxt. Ich hoffe, das jemand dort das lesen kann.
28. November 2007: Ein Elektriker hat sich gemeldet, er habe den Auftrag von Cablecom meinen TV-Anschluss zu plombieren. Der gute Mann hat in weiser Voraussicht mehrmals ausdrücklich betont, er sei NICHT Mitarbeiter von Cablecom sondern selbständiger Elektriker. Das hat ihm auch meinerseits doch etwas Sympathien eingebracht und wird ihn wohl oft vor Hasstiraden, kalten Wassergüssen, auf ihn gehetzten Hunden oder anderen Unmutsäusserungen schützen. Er kam dann auch und hat meinen Anschluss plombiert - also genau gesagt, er hat bloss einen Papierkleber aufs Loch draufgepappt. Wie lange der wohl halten mag? Die können ihre Steckdosen also gar nicht deaktivieren! Ein Steinzeitverfahren im Hispeed-Alltag von Cablecom. Ach ja - auf mein letztes Schreiben von Anfang Oktober habe ich bis heute natürlich wieder keine Antwort erhalten. Also erhielt Cablecom vor ein paar Tagen einmal mehr einen eingeschriebenen Brief in welchem ich festhalte, dass bei Nichtantwort ich meine Position (Beendung meiner Abonnemente per Februar 2007) als von denen jetzt endgültig akzeptiert ansehe.
Auf das Einschreiben kam sogar eine Antwort. Der Inhalt waren die gleichen Plattitüden wie früher. Wir sind also keinen Schritt weiter.
Dafür kam noch zusätzliche Post. Nachdem mein Cablecom-Anschluss jetzt (Anfang Dezember 2007) "plombiert", genauer gesagt überklebt, ist, erhielt ich eine Rechnung für TV und Radio-Empfang für Januar bis März 2008. Ich habe das Call-Center angerufen und es nahnm für einmal sogar jemand ab. Die Dame sicherte mir eine schriftliche Bestätigung zu, dass diese Rechnung und der wieder neu von Cablecom einseitig erstellte Vertrag anulliert würden. Und hier noch, wie Cablecom Verträge für Radio/TV-Empfang abschliesst (gemäss Information einer Mitarbeiterin im Call-Center): Es wird ein Brief versandt mit einer Rechnung. Falls der Eigentümer, Verwalter oder Mieter zahlt kommt automatisch ein Vertrag zustande, auch wenn die Zahlung irrtümlich erfolgte. Damit stellt sich Cablecom meiner Ansicht nach auf die gleiche Stufe wie die Anbieter dubioser Branchen- oder Internet-Verzeichnisse.
Am 8. April 2008 kommt ein Elektriker in den Laden. Er sei von Cablcom geschickt um meinen Anschluss zu plombieren. Selbstverständlich bot ich ihm an, einen zweiten Kleber über den bereits plombierten Anschluss zu kleben. Er war anscheinend solchen Leerlauf seitens Cablecom gewohnt. "Sauladen" war noch der anständigste Ausdruck. Inzwischen hat sich die Inkasso-Firma von Cablecom mehrmals gemeldet und mir grosszüzigerweise sogar Ratenzahlung und Fristerstreckung angeboten, falls ich die zweihundertundetwas Franken nicht auf einmal begleichen könne. Ich habe zurückgeschrieben, dass ich den Rechnungsbetrag problemlos bezahlen könne aber ganz einfach nicht wolle. Cablecom solle Klage einreichen, dann müssten sie auch
endlich Stellung beziehen.
endlich auchendlich Stellung beziehen. Antwort AntwortneASntwort Antwort.
Bei der Lauterkeitskommission für die Werbung habe ich mittlerweile Beschwerde gegen die verwirrende Werbung von Cablecom eingereicht. Cablecom hatte 14 Tage Zeit für eine Stellungnahme - das reicht dieser Firma ja nie und deshalb hat sie Fristerstreckung "wegen Ferienabwesenheit" verlangt.
Kassensturz vom 15. Mai 2008
Herr Rudolf Fischer, CEO Cablecom, war in dieser Sendung. Originalzitate Herr Fischer: "Unsere Kunden bedeuten uns sehr viel" und "Wir haben auf unsere Kunden gehört". Vor lauter Zuhören hat Herr Fischer wohl total vergessen, auf Briefe seiner ihm so viel bedeutenden Kunden zu antworten. Da sind die Aussagen des Kassensturz-Moderators doch glaubhafter: "Cablecom wurde zu teuer übernommen und nun muss dieses Geld zurückgezahlt werden".
Jetzt haben wir Juli 2008. Vor einigen Wochen erhielt ich zum letzten Mal Post von der Inkassofirma. Nach Aktenstudium sei man überzeugt, vor Gericht Recht zu erhalten und ich solle nun endlich "reinen Tisch" machen und den offenen Betrag inklusive Inkasso-Spesen und was weiss ich noch alles überweisen. Seit dem habe ich allerdings nichts mehr gehört. So überzeugt scheint man dort also nicht zu sein.
Die Lauterkeitskommission hat inzwischen über meine Beschwerde beraten und mir die mehrseitige Stellungnahme von Cablecom zugestellt. Diese Stellungnahme ist ganz interessant und deckt sich meist nicht mit meinen Erfahrungen, strotzt aber davon, wie gut, transparent, effizient und kundenorientiert Cablecom sei. Mehr dazu später. Die Kommission ist zum Entscheid gekommen, meine Beschwerde abzuweisen, da sie ein "Einzelfall" sei. Die Werbung von Cablecom sei nicht generell unlauter zu nennen. Wie einfach und klar Cablecom Ihre Vertragsbedingungen und Konditionen auf Webseite und Werbematerial deklarariert können Sie sich selbst ansehen und sich Ihre Gedanken dazu machen.
Wussten Sie übrigens, dass es anscheinend Wohnungsverwaltungen gibt, die gegenüber Cablecom ein richterliches Hausverbot durchgesetzt haben, welches es Cablecom verbietet, auf dem Areal der verwalteten Wohnungen Werbematerial zu verteilen?
9. Oktober 2008:
Nach mehreren standardisierten Drohbriefen erhalte ich nun von der für Cablecom tätigen Inkassofirma dieses Mail:
"Sehr geehrter Herr Lang
Ich beziehe mich auf die Korrespondenz zwischen Ihnen, der Cablecom und uns. Ich habe mir die ganze Sachlage angenommen und überprüft und festgestellt, dass es leider zu einige Missverständnisse (so kann man es auch nennen - Anm.) zwischen Ihnen und unser Kunden gekommen ist.
Um der ganze Geschichte ein Ende zu bereiten, möchte ich Ihnen wie folgt entgegenkommen. Bei uns resultiert noch einen offenen Betrag von CHF 437.25 (inkl. Zinsen und Kosten). Mein Angebot für Sie lautet: CHF 200.00, per Saldo aller Ansprüche (Verzicht auf Rest der Forderung), dazu werde ich Ihnen die eingeleitete Betreibung, anstandslos zurückziehen und aus dem Register löschen lassen.
Bitte teilen Sie mir mit, ob Sie mit diesem Vorschlag einverstanden sind."
Meine Antwort:
"Besten Dank für Ihre Mail. Sie haben ein wahres Wort leicht untertrieben ausgesprochen. Aber eigentlich hätte ich ja erwartet, dass sich Cablecom selber meldet. Nun ja, ich bin das mittlerweile gewohnt.
Leider kann ich Ihren Vorschlag nicht annehmen, kann Ihnen aber selber einen anbieten:
Cablecom verzichtet auf irgendwelche Forderungen und löscht die Betreibung.
Ihren Aufwand lassen Sie sich gefälligst von Cablecom vergüten.
Im Gegenzug verzichte ich auf meine noch offene Forderung gegenüber Cablecom von CHF 560.00, lösche die diesbezügliche Betreibung und verzichte auf weitere Entschädigungen für Aufwände meinerseits in diesem Zusammenhang.
Cablecom bestätigt dies schriftlich und entschuldigt sich. "
Die Alternative wäre, dass Cablecom an den Friedensrichter gelangt. Und auf diese Verhandliung wäre ich gespannt. Cablecom käme wohl ziemlich flach heraus und der Friedensrichter hätte sicherlich Mühe vor lauter Lachen ein Protokoll zu erstellen.
Inzwischen ist die Frist zur Beseitigung meines Rechtsvorschlages abgelaufen. Auf obiges Mail habe ich bis heute (24.12.08) keine Antwort erhalten. Also hat Intrum ein weiteres Mail von mir erhalten:
Sehr geehrter Herr SSS
Ich beziehe mich auf Ihre Mail und meine Antwort vom 9. Oktober. Leider habe ich bis heute keine Reaktion von ihnen erhalten. Eigentlich erstaunlich, nachdem Sie vorher nicht müde wurden, mich mit massiven Drohungen zu bombardieren. Inzwischen ist die Frist zur Beseitigung meines Rechtsvorschlags gegen Ihre Betreibung längst abgelaufen. Ich fordere Sie nochmals auf, die Betreibung zurückzuziehen. Würde ich den Richter anrufen und die Anullation der Betreibung verlangen wäre das für uns beide mit unnötigem Aufwand verbunden, den wir uns wohl sparen möchten. Zudem würde mich eine genauere Erklärung betreffend der "einigen Missverständnissen zwischen mir und Ihrem Kunden" interessieren.
Mit freundlichen Grüssen“
Auf mein Mail kam nie eine Antwort. Dafür kommt per 20. März eine weitere Drohung von Intrum (sollte wohl eher "Irrtum" heissen) Justitia mit der altbekannten Drohung einer Zivilklage. Wörtlich heisst es:
"Aufgrund der Akteneinsicht kommen wir zum Schluss, dass die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Durchsetzung einer Zivilklage gegeben sind. Die dazu erforderlichen Schritte haben wir bereits vorbereitet Bevor es so weit kommt möchten wir noch einmal an Ihre Einsicht appellieren" - und daran hängt ein Einzahlungsschein für CHF 443.45, der selbstverständlich gleich in den Papierkorb wandert. Da ich meinen Humor behalten habe und das Ganze inzwischen von der lockeren Seite nehme, habe ich darauf zurückgeschrieben. Hier mein Brief vom 25.3.2009 an "Irrtum" Justitia:
"Sehr geehrte Damen und Herren
Ganz herzlichen Glückwunsch! Sie haben es geschafftin Sachen Inkompetenz und Chaotentum mit Ihrem Kunden Cablecom gleichzuziehen.
Einmal mehr senden Sie mir eine Standarddrohung betreffend einer Zivilklage und schwadronieren darin von einer erfolgreichen Durchsetzung. Dies nachdem ich am 9. Oktober 2008 beiliegendes e-mail von Ihrem Herrn SSS erhalten habe in welchem er plötzlich von einem „Missverständnis“ zwischen mir und Cablecom redet. Auf sein Angebot habe ich das meinige gesandt und bis heute, trotz mehrmaliger Erinnerung per e-mail, keine Antwort erhalten. Wie ich Ihnen schon mehrmals geschrieben habe, fordere ich Sie auf, zur Erheiterung des Gerichts endlich Ihre Klage einzureichen. Allerdings ist seit letztem Dezember die Frist zur Beseitigung unseres Rechtsvorschlags abgelaufen.
Unsere Firma hat schon mehrmals von Ihnen Werbung erhalten, betreffend Inkassos unserer Guthaben durch Sie. Wir haben dies bisher mit Erfolg selber gemacht und werden uns hüten, dies abzugeben. Wir haben unsere Beziehungen mit Cablecom aus gutem Grund aufgegeben und sind nach den mit Ihnen gemachten Erfahrungen der Meinung, keinen weiteren Geschäftspartner zu benötigen, der in der gleichen Liga spielt. Wir sind zudem so frei, Ihre Klageandrohung und unsere Antwort als weiteres Kapitel der Cablecom-Komödie auf unserer Webseite zur Erheiterung unserer Kunden hinzuzufügen. Eine Antwort auf dieses Schreiben würde mich erstaunen, aber man weiss ja nie.
Mit freundlichen Grüssen"
Fortsetzung folgt (vielleicht?) - wenn es so weiter geht, wird es vielleicht sogar eine unendliche Geschichte?
Nach dieser wahren Geschichte verstehen Sie jetzt sicherlich auch den Titel – denn das Grauen heist tatsächlich Cablecom.
Zum Schluss kann nur festgehalten werden:
Wenn Sie schon alle Herausforderung dieser Welt hinter sich haben, also
- beispielsweise: die Ueberquerung des Nordatlantiks im Winter mit dem Einbaum
- den Himalaya barfuss überquert haben
- einen Monat mit Bären in Alaska gelebt haben
- den Amazonas von der Mündung zur Quelle hochgerudert sind
- die Welt im muskelkraftgetriebenen Flugzeug umrundet haben
- in die tiefsten Tiefen der Meere getaucht sind
- im Fass die Niagarafälle hinuntergerauscht sind
- bei den Vampiren in Transsylvanien übernachtet haben
- bei Music-Star teilgenommen haben
Dann bleibt Ihnen nur noch die letzte und grösste Herausforderung
EIN VERTRAG MIT CABLECOM !








